Wenn man heute so sieht, was die jungen Menschen zum Party-Machen alles brauchen, kann es einem wirklich schlecht werden. Ohne Drogen scheint vielerorts ja gar nichts mehr zu gehen. Wenn ich da an meine Jugend zurückdenke: uns hat Alkohol vollauf gereicht. Natürlich gab‘s auch hier hin und wieder mal Partyleichen, doch bis heute leben alle meine Schulkameraden noch.

Die beste Party, die wir miteinander gefeiert haben, war natürlich die Abi-Party. Nicht die offizielle in der Schule, nein. Sondern die in meinem ersten großen Partykeller. Hatte dafür die leerstehende Lagerhalle meines Onkels gemietet. Natürlich war ich an der Schule schon als DJ bekannt, so dass jeder aus meinem Jahrgang zur Party kam. Für die Musik, die Beleuchtung, viele Biertischgarnituren und ein paar kuschelige Sitzecken hatte ich schon gesorgt, aber die Getränke sollten alle selbst mitbringen. Damit auch genügend davon da ist, sollte jeder ungefähr eine Schultüte voll an Getränken und Snacks mitbringen, eben das, was jedem selbst am besten schmeckt. Einige haben das tatsächlich wörtlich genommen und in ihre Schultüten Bier oder Wein gefüllt.

Manche kamen sogar mit ihrer eigenen Original- Schultüte zur Abi-Party, andere kauften oder bastelten sich extra welche, so dass der ganze Partykeller später voll von Zuckertüten war. In eine normale Schultüte passen ja ungefähr so 10 Flaschen rein. Kommt natürlich auch darauf an, was in den Flaschen drin ist, aber da bei den meisten Alkohol drin war, könnt ihr euch sicherlich vorstellen, dass alle – aber auch wirklich alle – völlig blau waren. Gottseidank war die Lagerhalle auf einem Feld und deshalb etwas abgelegen, so wurde niemand durch die laute Musik und das Gegröle gestört.

Ich bin am nächsten Morgen auf einer Kuhweide aufgewacht, mit einer Schultüte auf dem Kopf. Will nicht wissen, was die Kühe gedacht haben!